„Russen und Deutsche verbindet gemeinsames ‚nie wieder'“

Ein Artikel von Julia Smirnova zum Besuch von Außenminister Steinmeier in Wolgograd anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes, erschienen auf welt.de:

Russen und Deutsche verbindet gemeinsames „nie wieder

 

 

 

 

„Eine sichtbare Verbesserung des Investitionsklimas, eine Stärkung der Innovationskraft und eine Diversifizierung der russischen Wirtschaft sollten weiterhin auf der Agenda stehen“ – Dr. Julia Bryk sprach mit Dr. Volker Baumstark über die russische Wirtschaft

„Zwischenmenschliche Probleme sehe ich eigentlich nicht“ – Karl-Heinz Merfeld über seine Erfahrungen mit Russland

Frau Dr. Julia Bryk, freie Journalistin und Social Media Redakteurin, befragte Karl-Heinz Merfeld, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Köln, zu seinen Erfahrungen mit Russland.

 

J.B.:    Waren Sie schon einmal in Russland und wenn ja, wo?

K.M.:   Ich war zweimal in Russland, einmal in Moskau für ein paar Tage zum Besuch einer Reisemesse und vor einigen Jahren als Teil einer Delegation in der Kölner Partnerstadt Wolgograd.

J.B.:    Was hat Sie am meisten beeindruckt?

K.M.:   Die Freundlichkeit und die Offenheit der Menschen. Die Bauwerke, Denkmäler und Kirchen. Der Kreml, die riesige Statue Mutter Heimat in Wolgograd, die tatsächlich blaue Wolga und der riesige Soldatenfriedhof von Rossoschka.

J.B.:    Haben Sie russische Freunde? Wie sind die Russen als Menschen?

K.M.:   Ja, ich bin mit einigen Russinen und Russen befreundet. Das ist ja auch nicht schwer, denn Gastfreundschaft, Großzügigkeit, Herzlichkeit und auch das Interesse an Deutschland habe ich bei allen kennengelernt.

J.B.:    Wo sehen Sie Schwierigkeiten für die deutsch-russischen Beziehungen?

K.M.:   Zwischenmenschliche Probleme sehe ich eigentlich nicht und auch auf der kommunalen Ebene und der der Städtepartnerschaften gibt es keine Schwierigkeiten. Oftmals wissen Russen und Deutsche nicht genug voneinander und es existieren noch alte Vorurteile. Aber nicht jeder Russe trägt immer Pelzmütze, trinkt den ganzen Tag Wodka und tanzt mit Bären. Und nicht jeder Deutsche trägt Lederhause, trinkt Bier aus Krügen und fährt einen Panzer oder einen Mercedes.

Wo es derzeit leider hakt ist die „große Politik“. Der Ukraine-Konflikt, die Krim-Annexion, der Wirtschaftsboykott oder die Ausgrenzung vom G8-Treffen hat zu Unsicherheiten und Misstrauen geführt.

J.B.:    Was muss man tun um diese zu überwinden?

K.M.    Ich hoffe auf eine baldige Beruhigung des Ukraine-Konflikts und eine Verständigung zwischen Präsident Putin und Bundeskanzlerin Merkel. Das schafft dann wieder Vertrauen und dies ist dann der Nährboden auf dem beide Völker wieder näher zueinander finden können. Das wäre für beide gut.

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Karl-Heinz Merfeld, seit 2007 Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung war vorher vier Jahre Geschäftsführer der KölnTourismus GmbH und davor vier Jahre Leiter des Amtes für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Pressesprecher der Stadt Köln. KH Merfeld ist seit 41 Jahren Beamter der Stadt Köln.