Partnerschaft Hagen – Smolensk

30 Jahre freundschaftliche Zusammenarbeit

Was bedeutet es, wenn aus Anlass eines kleinen Jubiläums einer Städtepartnerschaft 90 Menschen, jung und alt, aus Smolensk in der Russischen Föderation in ihre deutsche Partnerstadt Hagen reisen?

Der Oberbürgermeister Erik O. Schulz wusste, dass es ein ganz außergewöhnliches Ereignis ist, wenn unter gegenwärtigen Rahmenbedingungen sich so viele Menschen auf den Weg machen. In seiner Ansprache würdigte er es: „Ganz besonders bedanke ich mich bei rund 90 Besucherinnen und Besuchern aus unserer Partnerstadt Smolensk, die in den zurückliegenden Tagen und Stunden mit dem Bus, der Bahn und dem Flieger auf unterschiedlichen Wegen alle ihr Ziel „Hagen“ erreicht haben. Es ist toll, dass Sie in einer so großen Zahl mehrere Tage lang mit uns gemeinsam den runden Geburtstag unserer Partnerschaft feiern wollen.“

Da fand also mehr statt, als eine offizielle Feier nach 30 Jahren Diplomatie von unten. Da kamen Smolensker Bürger, denen die Beziehung zu Hagen und den Hagenern, mit denen zusammen sie viele Aktivitäten in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten organisiert und durchgeführt hatten, wirklich etwas bedeuten. Dass das Fest im Rathaus stattfand, ok, ein würdiger Rahmen. Es wurde aber von Anfang an alles in einem wohlklingenden Dur gestaltet, die dramatischen Akkorde fehlten ganz, Harmonien schwebten durch den Saal bei den Reden, bei den künstlerischen Beiträgen ohnehin.

Sie wollten also endlich wieder einmal in Hagen sein, die Smolensker und das Jubiläum kam gerade recht. Wie schön, dass die Hagener in gleicher Herzlichkeit antworteten. Nicht nur, dass selbstverständlich fast alle Oberbürgermeister, die seit 1985 aus der Stadt an der Volme die Partnerschaft gepflegt und begleitet haben, anwesend waren und viele, die sich als Vorsitzende der Freundschafts- und Partnerschaftsvereine besonders um die Beziehungen verdient gemacht hatten, es waren auch viele Hagener im Saal, die ihre Freundschaft mit ihrem russischen Gegenüber bewiesen hatten durch die konkrete Vorbereitung des Aufenthalts und die vielen Aktivitäten und Begegnungen, an denen sie mitgewirkt hatten.

Bei dem Betrachter aus einer Nachbarstadt, der bei dieser Gelegenheit Gast sein durfte, hat die Veranstaltung jedenfalls einen dauernden Eindruck hinterlassen. Jenseits der „großen Politik“, die die Menschen zur Zeit mehr behindert als zur Begegnung ermuntert, ist hier der Wille spürbar geworden, dass Deutsche und Russen sich ihr gutes Verhältnis, das auf Vertrauen aufbaut und auf gemeinsamem Tun über mehr als eine Generation, nicht einfach nehmen lassen.

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Zum Verlauf der Jubiläumsfeier die Informationen in Kürze:

Schon beim Eintritt in den Saal im Hagener Rathaus fällt auf, dass sich dort viele Menschen begegnen, die sich lange kennen und schätzen. Bürgermeister Dr. Fischer kommt mit seinen sehr persönlichen Begrüßungen am Eingang gar nicht nach. Die Stimmung wird sofort aufmerksam und fröhlich, als ein Gitarren-Sextett aus Smolensk das erste Lied anstimmt. Danach begrüßt für die Stadt Hagen als Moderator der Leiter des internationalen Bereichs, Peter Mook. Er macht das locker und den Gästen sehr zugewandt. Katja Sacharowa, die Leiterin der Abteilung für internationale Beziehungen der Stadtverwaltung wird fröhlich begrüßt, zusammen mit weiteren Kollegen aus der Verwaltung der Partnerstadt. Es wird versprochen, es gäbe nur zwei kurze Grußwort und zwei Talkrunden, unterbrochen  und ergänzt durch kulturelle Darbietungen.

Der Hagener Oberbürgermeister Erik O. Schulz nimmt als erster das Wort. Er erinnert an den 15. 11. 1985, den Tag, an dem der Partnerschaftsvertrag zwischen Hagen und Smolensk unterschrieben wurde. Damals war Hagen die 12. bundesdeutsche Stadt mit einer Partnerschaft zu einer Stadt in der Sowjetunion. In Hagen war eine Diskussion im Rat der Stadt über Wettrüsten und Atomwaffen vorausgegangen. Auch wenn die beschlossene Resolution keine großen Wirkungen entfalten konnte, wurde als Konsequenz aus der Diskussion der damalige Oberbürgermeister Rudolf Losskamp beauftragt, eine Stadt in der Sowjetunion zu suchen, die vergleichbare Zerstörungen erlebt hatte wie Hagen.

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Zwei  Jahre später wurde die Partnerstadt mit der „Heldenstadt“ Smolensk gegründet, mit dem festen Willen, sich die Hände zu reichen und in politisch schwierigen Zeiten Schritte der Versöhnung zu tun. Vertrauensvoll sollten Vertrauen und Freundschaft aufgebaut werden.

Die Bilanz dieser Arbeit, so OB Schulz, kann sich sehen lassen: Kultur, Schulen und Schüler, Künstler, Verwaltung, thematische Zusammenarbeit in Umwelt und so weiter haben Brücken gebaut, haben Verständnis wachsen lassen. Es sei, so sagt Schulz, eine „faszinierende Partnerschaft“ zu feiern! 90 Besucher aus Smolensk wollten den Friedenswillen ausdrücken. Der am Anfang stehende Apell zu Frieden sei so aktuell wie je zuvor angesichts der Terroranschläge auf Paris am Wochenende zuvor und den Bombenanschlag auf eine russische Passagiermaschine über dem Sinai, bei dem ebenso unschuldige Menschen ihr einzigartiges Leben verloren haben.

Umso wichtiger sei es heute, Freundschaft zu bewahren. Partnerschaften seien „Friedensbewegung von unten“, unterstrich der Oberbürgermeister. Er bedankte sich den Partnerschaftsvereinen und den unterschiedlichen Akteuren der Partnerschaft in 30 Jahren und bezog auch seine Vorgänger im Amt in seiner Rede immer wieder mit ein. Er weist darauf hin, dass in der zweisprachig erstellten Broschüre zu 30 Jahre Städtepartnerschaft  „In inniger Freundschaft“ in (42) Beiträgen deutlich werde, was die Partnerschaft ausmacht. Er wünscht sich für die Zukunft, dass das persönliche Miteinander auch weiterhin im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehe.

Alexander Lysakov, der Leiter der Delegation aus Smolensk, verliest zunächst eine Grußadresse des gerade erst ins Amt gekommenen neuen Oberbürgermeisters von Smolensk Nicolay Alasheev. Der Brief enthält einen Glückwunsch zu einer „auch nach 30 Jahren nicht festgefahrenen Partnerschaft“ an beide Städte. Er würdigt die vielfältigen Aktivitäten, die regelmäßig bis heute stattfinden und einen Austausch in Sport, Jugend, Kultur und Kunst ermöglichen aber vor allem auch eine Vielzahl von privaten Kontakten und Beziehungen hervorgebracht.

Danach wandte sich Alexander Lysakov persönlich an die Versammlung und erinnerte an das 2010 in Smolensk gefeierte 25jährige Jubiläum, an das sich offensichtlich viele im Saal lebhaft erinnerten. Er nannte die Freundschaft zwischen Hagen und Smolensk eine „Aufgabe, an der wir ernsthaft arbeiten müssen“, ganz offensichtlich in Anspielung auf die gegenwärtige politische Situation. Er dankte allen, die in drei Jahrzehnten mitgearbeitet haben und zeigte sich überzeugt, dass das jetzige Treffen neue Impulse in die Beziehungen bringen werde, die „auch zu besseren Beziehungen zwischen Deutschland und der Russischen Föderation beitragen“ werden.

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Als nächstes zeigten Mädchen der Smolensker Tanzschule, einer renommierten 40 Jahre alten Einrichtung, zusammen mit jungen Sportlerinnen vom TSV Hagen-Kabel 1882 einen gemeinsam einstudierten Tanz. Nach dieser beeindruckenden Gemeinschaftsleistung überbrachten die Schülerinnen aus Smolensk „als Geschenk an alle Hagener“ noch einen sehr professionell dargebotenen sportlichen Tanz mit perfekten artistischen Einlagen.

Die beiden Talkrunden, in denen aus beiden Partnerstädten Akteure  aus 30 Jahren viele Erinnerungen, Aktivitäten, Begebenheiten und Anekdoten erzählen konnten, boten einen guten Eindruck vom Werden und Entwickeln einer Städtefreundschaft, die vor allem auf das Engagement der Bürger setzt. Immer wieder wurde angeknüpft, an die ersten Hilfstransporte aus Hagen in der schwierigen Übergangssituation zum Ende der Sowjetunion, die beiden Seiten als eine Wende in der Freundschaft der beiden Städte gilt. Auch die Arbeit der Partnerschaftsorganisationen und der Schulen kam besonders deutlich zum Ausdruck. Vielfalt und Kontinuität ist ganz offensichtlich ein Merkmal der Hagen-Smolensk-Partnerschaft. Die meisten der Teilnehmer können auch in der Festschrift mit einem Beitrag gefunden werden.

Zwischen den Talkrunden trug die Sängerin Nina Orlowa ein Lied vor, das die Stimmung im Saal voll traf mit den Zeilen „…lass mich ein in dein Leben,….Lass mich in deine Seele ein…“. Die Veranstaltung schloss in ihrem offiziellen Teil (ohne förmlich gewesen zu sein) mit einem Lied von Stefanie Dahlhaus, das Ulrich Kopitz gewidmet wurde: „Turn Nations into People“ und dessen Text als kleine Hymne an die Partnerschaft zwischen Hagen und Smolensk in drei Sprachen zum Mitsingen vorlag.

Fazit der Veranstaltung: Ein weiterer Beweis, dass Deutsche und Russen in tiefer Freundschaft verbunden sind, die auch die gegenwärtigen politischen Schwierigkeiten der Länder überdauern wird.

Erich G. Fritz

Die Bilder (©Clara Berwe) wurden freundlicher Weise von der Stadt Hagen zur Verfügung gestellt.

 

„Wir möchten, dass Deutschland und Russland, diese zwei schönen Länder, immer Freunde bleiben“ – Grüße aus Pjatigorsk

In russischer Stadt Pjatigorsk, die von der deutschen Partnerstadt Schwerte Tausende Kilometer entfernt liegt, lernen junge Menschen Deutsch. Sie lernen es mit Leidenschaft und großem Interesse! Deutsch-Russische Akademie Ruhr möchte Ihnen heute Kristina, Studentin aus Pjatigorsk vorstellen.

 

Hallo, liebe Freunde!

Ich heiße Kristina, ich studiere an der Pjatigorsker staatlichen linguistischen Universität. Heute ist es sehr wichtig für junge Leute, Fremdsprachen zu lernen. Fremdsprachen geben den Leuten viele Möglichkeiten für Reisen, Karriere und Erweiterung des Gesichtskreises. In Russland ist es auch populär. Viele Studenten lernen Fremdsprachen als Hobby. Die angesagten Sprachen für Studium in Russland sind Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch und Chinesisch. Englische Sprache ist am populärsten, weil das eine internationale Sprache ist. Die anderen Fremdsprachen sind nicht so populär und gewöhnlich studiert man sie als zweite Fremdsprache. Leider ist deutsche Sprache in Russland nicht so populär wie englische Sprache. Was mich angeht, ich studiere Englisch und Deutsch an der Uni. Ich meine, dass Deutsch sehr interessante und schöne Sprache ist und ich möchte meine zukünftige Karriere, mein Leben  mit dieser Sprache verbinden. Fremdsprachen sind eine herrliche Möglichkeit die Welt zu sehen, neue Menschen kennenzulernen und etwas Neues und Interessantes zu erfahren.

In meiner Gruppe studieren 14 Studenten. Wir alle lernen Deutsch gern, mit unserer Lehrerin hören wir uns verschiedene aktuelle Hörtexte an, sehen uns Filme an, lesen und besprechen viel. Wir verstehen, dass die Sprache alle Menschen vereinigen und befreunden kann. Wir möchten, dass Deutschland und Russland, diese zwei schönen Länder, immer Freunde bleiben.

 

Всем привет из города Пятигорск (Россия)!

Меня зовут Кристина Мельник. Я учусь на 3 курсе в Пятигорском государственном лингвистическом университете. Здесь я изучаю немецкий и английский языки. Моя специальность связана с межкультурной коммуникацией.

Немецкий язык я начала изучать со 2 семестра. В школе я пыталась изучать этот язык самостоятельно, но, к сожалению, эта попытка не увенчалась успехом. С 8 лет я начала учить английский и уже тогда решила связать свою жизнь с изучением языков. Моей мечтой было изучение именно немецкого языка. Я слушала много немецкой музыки и смотрела фильмы на немецком, и мне очень нравилось его звучание. Поэтому, когда пришло время выбирать специальность, у меня не было сомнений по поводу выбора второго языка. Немецкий язык не всегда бывает простым в изучении, но чем больше я изучаю новые слова и правила, тем сильнее влюбляюсь него. В нашем университете проводится множество мероприятий и конференций, связанных с Германией и немецким языком, и я стараюсь принимать в них участие. Также я не останавливаюсь только на тех знаниях, которые получаю в университете, и в свое свободное время стараюсь выучить что-то новое. Для меня, как не для носителя немецкого языка, самым сложным является воспринимать его на слух и бегло говорить. Из всех аспектов это дается мне сложнее всего, но я делаю все возможное, чтобы преодолеть эти трудности и свободно выражать свои мысли.

После окончания бакалавриата, я планирую изучать его и в дальнейшем. Я хочу поступить в магистратуру в Германию, для того чтобы получать знания непосредственно от носителей языка. Я считаю, что это послужит мне хорошим опытом, который мне поможет в будущей профессии.IMG_6728

Для любви нужно не так много – общение, знакомство с культурой, традициями, образом жизни