„Bridge the Gap – Turn Nations into People“ – Vision von Uli Kopitz

Gestern

Vor 30 Jahren, noch zu Zeiten des „Kalten Krieges“ ist eine  Verwaltungsbrücke zwischen Smolensk und Hagen geschlagen worden. Setdem haben viele Menschen, sei es berufsmäßig oder ehrenamtlich durch z.T. unterschiedliches Emgagement diese Partnerschaft nachhaltig gestaltet, trotz vieler innerer und äußerer Widerstände und Streitigkeiten. Viele waren von gemeinsamen Visionen und Ideen beseelt. Gegenseitiges Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Transparenz und Kooperation müssen weiterhin Motor dieser Partnerschaft sein.

Ich selbst bin stolz seit 27 Jahren als kleines Rad den Motor mit zum Laufen gebracht zu haben, immer meiner Vision „Baue Brücken, lasse aus Nationen Menschen werden“ folgend und dabei immer der gut gemeinten Theorie die praktische Umsetzung folgen zu lassen.

Nie werde ich die Mitteilung des Pressedienstes der Stadt Hagen vom 27.02.1989 vergessen „Die erste Schulpartnerschaft zwischen Hagen und Smolensk ist perfekt“. Das war natürlich nur durch die hervorragende Teamarbeit von der Schulen (RHG, Schulleiter Dr. Kilian und Schule Nr. 11 Schulleiterin Nelja Naperstnikowa) u8nd Stadtverwaltung in beiden Städten möglich geworden. Nie werde ich meinen angsterfüllten ersten Solotesttrip im Vorfeld 1989 durch den „Eisernen Vorhang“ vergessen. Doch zwei Menschen, Kollegin und Mitinitiatorin Lena Lesnikowa und Schulleiterin Nelja Naperstnikowa, die leider schon verstorben ist, haben mich menschlich hinter dem „Eisernen Vorhang“ aufgefangen.

„Der Kalte Krieg wurde mit Hilfe von Stereotypen und Feindbildern geführt, hinter denen der einzelne Mensch verschwand. Umso wichtiger war und ist es, das erfolgreiche Motto „Turn Nations into People“ auch hier anzuwenden (Grußwort für RHS, 1999; Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes, Magdalena Hoff).

Nie werde ich die vielen hilfreichen Mitmenschen, einige sind leider nicht mehr unter uns, aus den vergangenen 27 Jahren vergessen, die dazu beigetragen haben einige persönliche „Highlights“ zu erleben. Hier seien nur wenige erwähnt:

  • Lions Club Harkort sponsert Smolensker Schüler
  • amerikanische Schüler und Lehrer treffen Sowjets an der RHS, 1990
  • über 1000 Pakete nach Smolensk
  • Smolensker Schule mit in das Sokrates EU-Programm eingebunden, 1998-2000
  • Initiierungsgespräch für einen Austausch von Referendaren aus Hagen-Smolensk
  • Teilnahme als offizieller Repräsentant der Stadt Hagen bei den deutsch-russischen Städtepartnerschaftskonferenzen in Uljanowsk 2013 und Karlsruhe 2015

Heute

Was ist heute nach 27 Jahren aus meiner persönlicher Vision geworden? Aus der für mich unbekannten geheimnisvollen Sowjetunion sind nicht nur viele Menschen hervorgekommen, sondern sogar neue, sehr wertvolle und geliebte Freunde. Turn Nations into People, Turn Strangers into Friends!

Danke an euch alle, die mit dazu beigetragen haben unserer aller Leben reicher und friedvoller zu machen. Leider kann ich Euch nicht alle namentlich erwähnen.

Trotz der momentanen eisigen Zeit (vergl. 1988) in der großen Politik auf höchster Ebene sind Begegnungen auf der Ebene der Städte „…ein gefragter und effektiver Kanal für den zivilgesellschaftlichen Dialog zwischen unseren Ländern“ (Grußwort Karlsruhe 2015, Wladimir Putin, Präsident der Russischen Föderation.

Morgen

Gerade trotz der von der Bundesregierung ab dem 14.09.2015 geplanten Einführung der persönlichen Angabe von Fingerabdrücken für die Visaerteilung (für Russen) wird nichts und niemand unser langjähriges Vertrauen und unsere feste Freunschaftsbeziehung zwischen den Menschen in Hagen und Smolensk erschüttern können!!! Gemeinsam werden wir immer neue weitere friedliche Wege finden!!!

Uns allen viel Kraft und gutes Gelingen!


 

Über den Autor und den Artikel:
Uli Kopitz, u.a. ehemaliger Schulpartnerschaftskoordintor am Ricarda-Huch -Gymnasium
in Hagen hat seit 1977 versucht seine persönliche Vision“Bridge the Gap-Turn Nations into People“
auf Grund von Eigenerfahrungen als Nachkriegskind in sein pivates und schulisches Umfeld einzupflanzen
und wachsen zu lassen. Nach den USA, England und Frankreich gelang es 1989 auch eine russische Schule mit in das gemeinsame Boot, sprich gemeinsame Projekte, zu holen. Anlässlich des 30-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläums Hagen-Smolensk wurde der folgende appellative Beitrag für die Festschrift verfasst. Der Artikel wurde im August 2015 verfasst, gilt aber heute mehr denn je. Der Weg der direkten  zwischenmenschlichen Beziehungen  auf der „unteren “ gesellschaftlichen Ebene ist für Uli Kopitz der zuverlässigste Weg zum Frieden und Freundschaft. Er ist mehr als „Diplomatie von unten“.