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„Seid offen und nutzt jede Gelegenheit um neue Erfahrungen zu sammeln“ – Interview mit Willy Biketow über sein Praktikum in Russland

Zusammen mit dem Projekt ELLI „Exzellentes Lehren und Lernen in den Ingenieurwissenschaften“ an der Ruhr-Universität Bochum hat die Deutsch-Russische Akademie Ruhr eis interessantes Gespräch mit Willy Biketow, dem Maschinenbaustudent, geführt. Willy hat uns über seine Erfahrungen mit Russland erzählt.

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Was verbindest du persönlich mit Russland und Deutschland?

Ich selber habe russische Wurzeln und bin in einem kleinen Dorf in der Altai Region in Russland geboren. Mit Russland assoziiere ich eine interessante Kultur und Politik.

Es ist immer wieder interessant, sich an die Zeit und unser Leben in Russland zurück zu erinnern. Wir hatten einen großen Garten indem man alles gefunden hat was man zum Leben braucht. Außerdem hatten wir noch Schweine, Hühner und Kühe. Alles was man nicht hatte konnte man mit dem Nachbarn tauschen. Hier in Deutschland kann man alles im Supermarkt kaufen, hier wissen die Leute nicht wie man ohne Supermärkte auskommt. Als ich für ein Auslandssemester in Russland war, ist gerade der Rubelkurs stark eingesunken und ich habe eine Kollegin gefragt, welche Auswirkungen das denn auf sie hat. Sie meinte, das passiert nicht zum ersten Mal, sie hätte sich daran gewöhnt und hätte Lebensmittel aus dem eigenen Garten und wisse wie man sich in schweren Zeiten auch selber versorgen kann. In Russland bringt man sogar den Kindern bei, wie man z.B. Kartoffeln richtig anbaut, damit sie sich in schwierigen Zeiten selbst helfen können.

Ich lebe fast mein ganzes Leben in Deutschland, als ich 3 Jahre alt war ist meine Familie nach Deutschland gezogen. Jetzt studiere und arbeite ich hier erfolgreich. In Zukunft möchte ich gerne in meinem beruflichen Werdegang Deutschland und Russland verbinden.

Ein Teil unserer Familie ist in Russland geblieben. Nach unserem Umzug  sind wir einmal im Jahr zu Besuch gekommen, jetzt leider seltener. Außerdem habe ich ein Praktikum im Rahmen des Stipendien Programms „Russland in der Praxis“ bzw. „Doing Businnes in Russia“ absolviert. Während des Praktikums habe ich in dem Motorenwerk bei Volkswagen in Kaluga gearbeitet.

Also du hast schon eine Vorstellung von Russland…Deswegen möchte ich dich Fragen, welche Unterschiede hast du zwischen Deutschland und Russland bemerkt?

Während des Praktikums habe ich unteranderem die Projektaufgabe bekommen zu beobachten wie sich die Arbeitsmotivation zwischen den Deutschen und Russen unterscheidet. Wir haben bemerkt, dass man die Mitarbeiter in Russland besser motivieren kann, indem man ihnen eher materielle bzw. finanzielle Dinge anbietet. Ebenfalls kann man sie motivieren, indem man sie in Gruppen arbeiten lässt, da sie ein großes Gemeinschaftsgefühl haben. Die Menschen in Deutschland lassen sich eher mit sozialen Aspekten wie Fortbildungsmöglichkeiten, Versicherungen etc. motivieren. In Russland arbeiten die Menschen gemeinschaftlicher, in Deutschland spürt man eher eine Distanz zwischen den Mitarbeitern.

Was meinst du, was können Deutsche und Russen voneinander lernen?

Es wäre gut, wenn die Deutschen von den Russen lernen, gemeinschaftlicher zu arbeiten. Russen  hingegen könnten die gute Arbeitsorganisation von den Deutschen übernehmen. In Russland ist es nicht immer klar, wer für welche Aufgabe zuständig ist, in Deutschland gibt es eine klare Arbeitsstruktur.

Soviel ich weiß, hast du sogar geschafft auf einer Führungsposition zu arbeiten?

Während meines Praktikums hatte ich zwei große Erfolgserlebnisse. Das erste war, dass ich nach dem erfolgreichen erfüllen einer Aufgabe meine eigenen Schulungen zu dem bearbeiteten Thema halten konnte und ca. 40-60 Mitarbeiter am Ende geschult habe. Das zweite große Erlebnis war, dass ich für 2-3 Wochen die Leitung eines Trainingscenters für Motoren übernommen und dieses zusammen mit den Mitarbeitern aufgebaut und gestaltet habe.

Wo hast du das selbst gelernt?

Ich habe dieses Praktikum nach dem 2. Semester meines Maschinenbaustudiums gemacht, d.h. dass ich schon einige Basiskenntnisse hatte. Praxiserfahrungen habe ich dann erst im VW-Werk in Kaluga gesammelt. Zuerst habe ich einfache Aufgaben bekommen. Wenn ich diese erledigt habe, hatte ich nach schwierigeren und anspruchsvolleren Aufgaben gefragt. Dadurch habe ich  viele neue Erfahrung gesammelt und durfte sogar Tätigkeiten mit Personalverantwortung übernehmen.

Kaluga ist eher eine Provinzstadt. Welche Unterschiede zwischen Kaluga und Moskau hast du gemerkt?

Natürlich leben Menschen in Kaluga anders als in Moskau. In Moskau denken die Menschen in erster Linie an Geld und das Geschäft, das Lebenstempo ist sehr schnell. In Kaluga ist das Leben ruhiger, dort ist mir eine große Spalte zwischen Arm und Reich sofort aufgefallen.

Beziehungen zwischen Deutschland und Russland entwickeln sich heute rasch aber nicht immer positiv. Was meinst du, wie werden Beziehungen zwischen Deutschland und Russland in 5-10 Jahren sein in der Politik sowie auch auf gesellschaftlicher Ebene?

Ja, heutzutage ist die Situation eher schlecht. Ich meine aber, dass es in einigen Jahren wieder besser wird. Ich denke, Putin lässt sich nicht von Sanktionen einschüchtern, er ist in erster Linie mit der Politik Russlands beschäftigt. Und wenn Deutschland bzw. Europa sehen, dass Putin keine Ambitionen hat, sich in europäische oder deutsche Politik einzumischen, werden sie verstehen, dass Russland für Deutschland ein wichtiger Partner ist, dann werden die Beziehungen wieder freundlicher. Russland ist reich an Ressourcen sowie an Kultur und kann meiner Meinung nach auch selbstständig überstehen.

Woher hast du das Interesse für die russische Sprache? Haben deine Eltern dich gezwungen, Russisch zu sprechen?

Ich rede sowohl Deutsch als auch Russisch Zuhause, daher beherrsche ich die Sprache. Leider beherrsche ich die Grammatik nicht perfekt, aber spreche dennoch fließend. Als ich in Russland mit diesem Programm war,  habe ich mein Russisch stark verbessert. Mein Interesse für Russisch ist sogar gestiegen, weil die Sprache mir die Möglichkeit gibt in und mit Russland zu arbeiten.

Ich habe dort auch an einem Forum im Park „Ethnomir“ teilgenommen, der sich auch in der Region Kaluga befindet. Das Forum hieß „Interkulturelle Diplomatie im 21. Jahrhundert“. Zusammen mit anderen jungen Leuten aus Russland, Deutschland, Kirgisien, Tadschikistan und anderen Ländern haben wir Seminare besucht. Das Ziel der Seminare war die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen unseren Kulturen zu finden. Abschließend mussten wir ein Projekt präsentieren. Meine Gruppe hat ein Projekt zum Thema „Flüchtlinge“ vorbereitet. So habe ich auch gelernt auf Russisch zu präsentieren.

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Kannst du dir vorstellen nach Russland zu ziehen?

Natürlich habe ich darüber nachgedacht. Ich könnte mir vorstellen dort einige Jahre zu arbeiten und zu leben wenn ich eine gute Stelle bekommen würde. Ich habe mich aber an Deutschland und seine Kultur gewöhnt weshalb es vielleicht noch schwer wäre. In Russland hat mich die Bürokratie sehr gestört, es war sehr schwierig Probleme mit verschiedenen Dokumenten zu lösen.

Aber ich hatte keine Angst, durch Russland zu reisen. Es war interessant für mich mit dem Zug durch Russland zu fahren…ich habe Voronezh, Sankt-Petersburg und Moskau besucht. Überall war es sehr schön, die Menschen sind überall unterschiedlich aber nett. Ich würde gerne noch mehr von Russland sehen, eine Reise mit der transsibirischen Eisenbahn wäre z.B. eine super Idee.

Und kannst du dir vorstellen mit Russen zu arbeiten?         

Ja, ich habe schnell gelernt mit den Menschen in Russland und ihren Besonderheiten zu Recht zu kommen und zu arbeiten. Ich habe auch erst sehr gestaunt, als ich gehört habe, dass man Geschäftstermine sogar in einer russischen Sauna bei lockerer Atmosphäre abhält.

Einige Praktikanten, die an diesem Programm teilgenommen haben, wollten danach auch in Russland weiter arbeiten, anderen hat es eher weniger gefallen.  Vor meiner Reise nach Russland wurde ich auch gefragt, ob ich denn Angst habe nach Russland zu gehen, weil sich gerade zu dieser Zeit die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland verschlechtert haben und Sanktionen eingeführt wurden. Ich habe geantwortet, dass ich Respekt, aber keine Angst davor habe. Ich meine, Moskau ist wie Berlin, in jeder Großstadt müsste man vorsichtig sein. Auf jeden Fall habe ich meine Entscheidung, nach Russland zu gehen nicht geändert.

Weitere Interessante Details unter:

https://goeast.daad.de/imperia/md/content/goout/russlandinderpraxis/erfahrungsbericht_-_wilhelm_biketow.pdf


РУССКАЯ ВЕРСИЯ  RUSSISCHE VERSION

Что тебя лично  связывает с Россией и Германией?

Я родился в России в Сибири, в маленькой деревне на Алтае, мои родители родом из России. С Россией я ассоциирую также интересную культуру, политику.

Интересно вспомнить, как мы жили в России. У нас был огород, было все, что нам нужно: свиньи, куры. Если у нас было молоко, а у соседей мед, то мы могли поменяться. Тут можно все найти в супермаркете. Тут люди даже не знают, как прожить без всего этого. Когда я был в России, как раз упал курс рубля. Я спросил одну коллегу, как это повлияло. Она сказала, что падение курса уже не в первый раз, они к этому привыкли. Продукты у них из собственного огорода. В России даже детей учат, как сажать картошку, например, чтобы они в трудных ситуациях могли сами себе помочь.

В Германии я живу почти всю жизнь. Когда мне было 3 года, моя семья переехала в Германию. Сейчас я учусь и работаю здесь в Германии. В будущем я бы хотел в своей работе, в профессии связать Россию и Германию.

Часть семьи осталась в России. Несколько раз мы ездили их навещать, раньше каждый год, теперь уже на так часто. Еще я ездил в Россию на стажировку по программе «Russland in Praxis“ и «Doing Business in Russia“, которые поддерживаются DAAD. В рамках этой программя работал на заводе Volkswagen в Калуге. Сама программа осуществляется в Калуге, в Москве и Санкт-Петербурге.

То есть у тебя уже есть представление о России…Поэтому я хотела бы тебя спросить, какие различия ты заметил между Россией и Германией?

Когда я был на практике, мне дали задание наблюдать, как различается мотивация к работе в русском и немецком коллективе. И мы заметли, чтобы мотивировать работников в России, им в первую очередь нужно предложить большее денежное вознаграждение. Также мотивация повышается, если сотрудники работают в группе. В Германии сотрудников можно привлечь тем, если предоставить им возможности для повышения квалификации или какие-то социальные преимущества. В России люди работают дружнее, в Германии же между сотрудниками существует дистанция.

Как ты думаешь, чему могут научиться немцы и русские друг у друга?

Было бы хорошо, если бы немцы у русских научились дружнее работать. Русские люди могли бы позаимствовать хорошую организацию работы. В России не всегда было понятно, кто какое задание выполняет, в Германии же есть структура в работе.

Насколько я знаю, ты успел даже на руководящей должности поработать?

Cначала я был только практикантом, но скоро я получил повышение и мог проводить даже мастер-классы для 40-60 человек. 2-3 недели я был на руководящей должности в центре подготовки сотрудников, где они учились собирать мотор, там я руководил другими сотрудниками.

Где ты сам всему этому научился?

На практику в Россию я поехал после втрого семестра машиностроения, т.е. у меня уже были базовые знания в машиностроении. Практику я наработал уже там на заводе в Калуге. Сначала я получал небольшие, легкие задания. Когда я с ними справился, я просил задания посерьезнее. И благодаря этому я получил опыт и даже смог попробовать руководить другими сотрудниками.

Калуга – это скорее провинциальный город. Какие отличия ты заметил в сравнении с Москвой?

Конечно, же люди в Калуге живут по-другому нежели в Москве. В Москве люди думают в первую очередь о деньгах, о бизнесе, темп жизни очень быстрый. В Калуге жизнь поспокойнее. Еще мне в Калуге бросился в глаза большой разрыв между бедными и богатыми.

Сегодня отношения между Россией и Германией развиваются бурно, но не всегда благоприятно. Как ты думаешь, какими отношения будут через 5-10 лет, как в политике, так и на общественном уровне между двумя странами?

Да, на сегодняшний день ситуация скорее неблагоприятная. Но как мне кажется, через несколько лет будет лучше. Я думаю, Путину все равно, что происходит здесь в Германии, он занят в первую очередь политикой в России. И если Германия и Европа увидит, что у Путина нет амбиций вмешиваться  в европейскую или немецкую политику, если они поймут, что Россия нужна Европе, даже больше чем Европа России, то Россия и Германия будут дружнее жить друг с другом. Россия нужна Европе, потому что это богатая страна, как богатая ресурсами, так и культурно богатая.

Откуда у тебя появился интерес к русскому языку?  Родители заставляли тебя говорить по-русски?

Дома с папой я разговоривал в основном по-русски. Конечно, у меня была не очень хорошая грамматика. Но когда я поехал в Россию по этой программе, то я улучшил свой русский. Мой интерес к русскому языку даже повысился, потому что язык дает мне возможность работать в России или с Россией.

Еще я побывал на форуме в парке «Этномир», который также находится в Калужской области. Форум назывался «Этнокультурная дипломатия в 21 веке» . Вместе с другими молодыми людьми из России, Гемании, Киргизии, Таджикистана и других стран мы посещали семинары. Цель семинаров была понять разницу и общность наших культур. По завершении форума у нас была заключительная презентация,  на которой нам нужно было представить свой проект. У моей группы был проект, связанный с беженцами. Так я научился выступать с презентацией на русском языке.

Можешь ли ты себе представить переехать в Россию?

Конечно же, я думал об этом. Я бы согласился там поработать несколько лет. На всю жизнь, пожалуй, нет.  Я все-таки привык жить в Германии, привык к ее культуре.  В России мне очень мешала бюрократия, было очень сложно решать вопросы  с документами.

Но я не боялся путешествовать по России. Мне было интересно ехать на поезде по стране…я посетил также Воронеж, Санкт-Петерсбург, Москву. Везде красиво, везде разные люди. Я бы хотел еще больше увидеть Россию, например, совершить путешествие по трассибирской магистрали.

А можешь ли ты себе представить работать в будущем с русскими?

Да. Я быстро познакомился с другими работниками, с их корпоративной культурой, с особенностями общения. Хотя, конечно, для немцев сначала было непонятно и странно, что какие-то деловые встречи проводятся иногда в бане или с шашлыками.

Немногие практиканты, которые подавали заявление на эту программу, хотели работать в России, многие боялись. Меня тоже спрашивали, не боюсь ли я, потому что как раз в это время началось осложнение отношений между Германией и Россией, были введены санкции. Но я сказал, что я уважаю эту страну. Я думаю, что Москва как Берлин, и в любом крупном городе нужно быть осторожным. Но в любом случае я не изменил своего решения поехать в Россию.


 

Erzählungen über Sibirien, traditionelle Küche und russische Frauen. Treffen mit Tatjana Kuschtewskaja.

Wie immer bei der Vorbereitung für Interviews hatte ich einige Fragen parat und hatte vor, die in dieser Reihe zu stellen, wie sie auf meinem Zettel standen. Aber aus dem Treffen mit der Schriftstellerin Tatjana Kuschtewskaja wurde kein formelles Interview, sondern ein spannendes Gespräch über das Wohl und Weh, über Liebe und Schöpfertum. Tatjana erzählte mal über sich selbst, über ihren Lebensweg, mal über Held(innen) ihrer Bücher, mal über interessante Begegnungen. Durch alle Episoden ihrer Erzählung hatten immer etwas Gemeinsames, einen roten Faden – den Charakter eines schöpferischen, intelligenten und begeisterten Menschen.

Tatjana Kuschtewskaja wurde in Turkmenistan, in einer Oase mitten in der Wüste geboren. Das Leben bereitete ihr viele Wege, viele Reisen vor. Bald zog die Familie in die Ukraine, wo Tatjana zur Schule ging und Gedichte zu schreiben begann. Doch für ihren Vater war das kein vernünftiger Beruf, und Tatjana hat ihr Studium in der Musikfachschule angefangen. Warme und segenbringende Ukraine wurde für junge Tatjana irgendwann langweilig, alles war bekannt, wie eingefahrene Gleise. Tatjana träumte von der wilden  Natur…und fuhr nach Norden, nach Jakutien, und hoffte dort einen echten Jäger zu treffen. Dort arbeitete sie als Musiklehrerin in einer Schule. Aber als ein schöpferischer Mensch suchte sie immer nach neuen Eindrücken, und in den lagen Schulferien reiste sie durch Sibirien. Einige bringen Fotos aus der Reise mit, andere Souvenirs, Tatjana Kuschtewskaja trug nach jeder Reise ein neues Rezept aus der Küche Sibiriens in ihr Notizbuch ein. Weit in Sibirien gibt es keine Restaurants oder Bistro auf den Raststätten, aber man kann immer Unterkunft  und Essen bei den Einheimischen bekommen. Deswegen hat Tatjana nicht nur Rezepte aufgeschrieben, sondern auch Geschichte von den Menschen, die ihr mal etwas Leckeres gegeben haben. In vielen Jahren entstand aus diesen Notizen ein einzigartiges Buch „Küche Sibiriens“.

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Gastmahl bei den Burjaten Autor: Ruslan Najda

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Die Einzigartigkeit dieses Buches besteht darin, dass es Rezepten der nationaler Küche des Altai, der Jakuten, der Burjaten, Tschuktschen, Eskimos, Nenzen, Selkupen und anderer Völker Sibiriens und des Nordens, und außerdem Sprichwörter und Bräuche dieser Völker. Das ist ein wahres Fundstück für diejenigen, die Fleisch- und Fischgerichte mögen. Allerdings im Buch gibt es auch viele interessante Rezepte von Süßigkeiten, Gebäck und Salaten. Um diese Rezepte auszuprobieren, muss man nicht jagen gehen oder im Wald Pilze und Beeren suchen: Zutaten für die meisten Rezepte findet man in deutschen Supermärkten.

Streben nach einem kreativen Beruf und nach einer Karriere hat während des Lebens in der Öde des Jakutiens nicht nachgelassen, und Tatjana beschloss nach Moskau zu ziehen. Dort hat sie geschafft, einen Studienplatz in WGIK (das beste russische Institut für Kinematographie) an der Fakultät für Regie. In einigen Jahren wird sie sogar Dozentin in diesem Institut.

So war ihr vom Schicksal beschieden, dass sie 1991 ihre Karriere in Moskau beendet und nach Deutschland kommt. Ein schöpferischer Mensch ist ohne Schöpfertum nicht vorstellbar. In Deutschland beginnt Tatjana Bücher zu schreiben. Heldinnen einiger ihrer Bücher, wie z.B. „Am Anfang war die Frau. Die Frauen russischer Genies“, „Russinnen ohne Russland“ sind Frauen und Lebensgefährtinnen russischer Maler, Künstler, Schriftsteller, die oft im Schatten ihrer Männer blieben, obwohl sie manchmal nicht weniger begabt waren. Siewerden nicht immer in den Biographien berühmter Männer erwähnt, deswegen ist es für Tatjana Kuschtewskaja  nicht immer einfach, Material für ihre Bücher zu sammeln. Doch dank ihrer Mühe, bring ihr das Schicksal interessante Begegnungen. Zum Beispiel, als Tatjana mehr über die Frau des berühmten Komponisten Sergej Rachmaninow erfahren wollte, hatte sie eine schöne Möglichkeit bekommen, sich mit dem Enkel des Komponisten zu treffen.

Ein anderes Thema ihrer Bücher – sind Geschichten über die Reisen durch Russland, über die Traditionen und Küche. Tatjana hat eine Serie der Bücher darüber:

  • „Transsibirische Eisenbahn“
  • „Die Poesie der russischen Küche“
  • „Meine sibirische Flickendecke“
  • „Der Baikal“ und andere.

Es ist nicht einfach Leserinnen und Leser in Deutschland zu finden. Nach mehreren Absagen von den Verlagen, hat Lev Kopelev durch Zufall Manuskripte von Tatjana Kuschtewskaja bekommen. Er hat eine gute Rezension geschrieben und hat den Büchern eine Chance gegeben. Bis heute hat Tatjana 19 Bücher geschrieben, sie werden von dem Verlag „Wostok“ und dem „Grupello-Verlag“  herausgegeben.

Tatjana Kusctewskaja Foto aus dem Archiv der Schriftstellerin

Tatjana Kusctewskaja
Foto aus dem Archiv der Schriftstellerin



 

Eine Leserin über das Buch „Sibirische Flickendecke“:

„Ich war am 8.März bei Ihrer Lesung in der Stabi in München und war sehr berührt von der Stimmung  und beeindruckt von der Art und Weise, wie Sie Ihr Buch  präsentiert haben.

Mit viel Emotion und Leidenschaft für den Menschen und das Leben. Ich hatte mir die „Sibirische Flickendecke“ besorgt und mit Interesse gelesen. Sie schaffen sehr anschaulich und mit viel Herz und Respekt für den Menschen, Begegnungen und Ereignisse zu schildern, sowie Landschaften und Örtlichkeiten anschaulich zu beschreiben. Vollkommen unprätentiös und natürlich. Habe einiges schon in der Vergangenheit über Sibirien gelesen. Mag ansonsten an östlicher Gegenwartsliteratur sehr gerne Aitmatov, Rytcheu.

Ihre Art und Weise für die Frauen zu sprechen ist kraftvoll und authentisch. Gefällt mir sehr gut – berührend und interessant.