Am Dienstag, 15. Mai, hatte unsere Delegation die Gelegenheit, am Lermontov-Kongress im Lermontov-Museum Teil zu nehmen.

Museum und Kongress sind einem der bedeutendsten russischen Dichter gewidmet, Michail Jurjewitsch Lermontov.

Er wurde am 15. Oktober 1814 in Moskau geboren. Von 1828 bis 1832 studierte er an der Universität Moskau. In diese Zeit fällt die Entstehung des Lyrischen Tagebuchs, das seine Jugendgedichte enthält, „frühreif, gedankenschwer, klangvoll, melodisch und emotional zugleich“ (Quelle: Wikipedia). Anschließend besuchte Lermontov eine Kavallerieschule in Sankt Petersburg. Wegen eines Gedichts, „Der Tod des Dichters“, das er 1837 dem russischen Nationaldichter Alexander Puschkin widmete – dieser wurde im Duell getötet – wurde er in den Kaukasus verbannt. Nach einer zwischenzeitlichen Rückkehr nach St. Petersburg wurde Lermontov 1841 in einem Duell in Pjatigorsk tödlich verletzt. 1840 schrieb er den Roman „Ein Held unserer Zeit“ und schuf damit die Grundlage für die Entwicklung des psychologischen Romans in Russland. Lermontov gilt als Begründer des russischen Realismus. Er wurde nur 27 Jahre alt.

Der Lermontov-Kongress in Pjatigorsk findet seit ca. 40 Jahren regelmässig alle zwei Jahre statt; ausgesetzt worden war er allerdings in der Zeit der Perestroika.

Mehr als hundert Expertinnen und Experten, Forscher und Gelehrte, die sich mit dem russischen Dichter beschäftigen, trafen sich im Mai 2018 im Lermontov-Museum von Pjatigorsk. Darunter unter anderem die letzte georgische Prinzessin sowie Forscher aus Moskau, China, Japan und verschiedenen Regionen Russlands.  Kenntnisreich und engagiert widmen sie sich der Erforschung des Werkes Lermontovs. Eine Teilnehmerin stellte ein Wörterbuch vor mit Begriffen, die im Werk Lermontovs eine Rolle spielen. Ein weiterer Forscher setzte sich für die Ehrung eines Wissenschaftlers ein, der sich um das Werk Lermontovs verdient gemacht hat, jedoch leider in Vergessenheit geriet.

Lermontov wird als kaukasischer Nationalheld verehrt, als genialer Schriftsteller und als Freigeist. Am Nachmittag hatten wir die Gelegenheit, an einer Führung durch Pjatigorsk Teil zu nehmen. Aufgesucht wurden Orte, die mit Lermontov zu tun haben, u.a. die Lermontov-Galerie sowie das Lermontov-Denkmal. Bilder aus dem Lermontov-Museum veranschaulichten die Geschichten.

Autorin Anne-Kathrin Koppetsch