TRE Strassenpoesiefestival Trelenberg mit Übersetzerinnen Prof Dr Morosowa + Dr Natalia Kashirina

Reisebericht von Thorsten Treleberg

Dortbunt_Sonntag_web_GO07_lb

Auch die Partnerstädte machen Dortmund bunt!

 

Am Anfang Mai fand ein traditionelles City-Fest DortBUNT in Dortmund statt! An diesem Tag wird die kulturelle Vielfalt der Stadt gefeiert. Nicht nur unterschiedliche Künstler, nicht nur Vertreter vieler in Dortmund lebender Nationen, sondern auch internationale Kontakte mit den Partnerstädten machen Dortmund bunt. Auch die Repräsentanten von Rostow-am-Don waren dabei. Da zur gleichen Zeit die Feierlichkeiten anlässlich des Sieges über den Faschismus (in Russland Tag des Sieges) stattfinden, haben russische Gäste die Aktion „Georgsband“ nach Deutschland gebracht. Auch der Oberbürgermeister Sierau hatte das Band an als Gedenken an gefallenen Soldaten und Opfer des Krieges.


 

Zum Auftakt des zwei Tage dauernden Stadtfestes „DORTBUNT!“ begrüßte Oberbürgermeister Ullrich Sierau am Samstag (7.Mai) Gäste aus sechs der insgesamt neun Dortmunder Partnerstädte im Rathaus.

Gäste aus Partnerstädten besuchen 'DORTBUNT!

Gäste aus Partnerstädten besuchen ‚DORTBUNT!

Die Repräsentantinnen und Repräsentanten aus Xi’an, Buffalo, Rostow am Don, Leeds, Amiens und Zwickau hatte Oberbürgermeister Sierau zu dem Stadtfest eingeladen, das in diesem Jahr zum ersten Mal stattfindet. „Ihre Anwesenheit bei diesem für unsere Stadt neuen Ereignisses ist uns sehr wichtig und unterstreicht die Bedeutung dieses großen Stadtfestes“, unterstrich Sierau in seiner feierlichen Ansprache. Es sei die Quintessenz der Städtepartnerschaften, auf lokaler Ebene einen Beitrag zu Völkerverständigung, Freundschaft und internationalem Frieden zu leisten. „Dies tun wir gemeinsam mit Ihnen seit Jahren und haben auf diese Weise Herausragendes zum Wohle der Völkerverständigung erreicht“, so Sierau.

Der Oberbürgermeister betonte, dass mit DORTBUNT! die vielen Gesichter der Stadt gefeiert werden sollten und deshalb das Fest auch ein Zeichen für den Frieden, Vielfalt und Toleranz sei. Um die Bedeutung des besonderen Besuches für die Stadt-Annalen festzuhalten, trugen sich die Repräsentanten der Partnerstädte in das Goldene Buch der Stadt ein.

Autor: Gaye Suse Kromer Quelle: https://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/nachrichtenportal/alle_nachrichten/nachricht.jsp?nid=414592


(c) dortmund.de

Delegation aus Rostow besucht das City-Fest DORTBUNT

Dortbunt_Sonntag_web_GO06_lbDORTBUNT-Festival-Dortmund_7493-NSB

 

?

Rezension zum Buch von Benjamin Bidder „Generation Putin. Das neue Russland verstehen“

Wenn man heute in Deutschland über Russland diskutiert, spricht man meistens über die Politik Putins, also über die Politik in den obersten Machtetagen. Auch in Bidders Buch „Generation Putin“ steht die Politik im Vordergrund. Aber nicht nur sie: das Buch ist ein Versuch, den Einfluss der Politik auf den beruflichen und persönlichen Werdegang der jungen Russen darzustellen. Benjamin Bidder begleitet sechs junge Russinnen und Russen über 5 Jahre. Seine Protagonisten sind der Rollstuhlfahrer Alexander, die Oppositionelle Wera, die Patriotin Diana, die regierungstreue politische Aktivistin Lena, der Dachkletterer Marat und die Tschetschenin Taissa. Sechs unterschiedliche Schicksale, die doch etwas Gemeinsames haben: den Jahrgang 1991, d.h. sie haben den Kommunismus nicht mehr erlebt, an den ersten Präsidenten Russlands Boris Jeltzin haben sie nur vage Erinnerungen. Sie sind während der Ära Putins großgeworden. Alle mussten sich mit der neuen russischen Politik auseinandersetzten und sich selbst in der neuen kapitalistischen Realität zurechtfinden. Anders als zur Zeit ihrer Eltern gibt es heute keine offizielle Ideologie und sie können sich nicht auf die Erfahrungen ihrer Eltern stützen.

 

„Generation Putin“ ist eine Mischung aus den Biografien dieser sechs Personen und der Analyse der politischen Ereignisse der letzten 20 Jahren. Das Buch ist für alle zu empfehlen, die eine Übersicht über die Entwicklungen und Zusammenhänge der Geschehnisse in Russland schaffen möchten: vom Tschetschenien-Krieg und Putins Kampf mit dem Terrorismus über den Aufstieg der Partei „Einiges Russland“ und die Präsidentschaft von Dmitri Medvedev bis zu den gefälschten Parlamentswahlen im Dezember 2011 und Bildung der Opposition unter Anführung von Alexej Navalnyj.  Im Unterschied zu den meisten Zeitungsartikeln und Berichten bekommen die politischen Entwicklungen in diesem Buch ein menschliches Gesicht. Der Autor geht der Frage nach, wer konkret hinter der oppositionellen Bewegung in Russland steht oder wer der Nachwuchs der Regierungspartei ist.

Hervorzuheben ist die Geschichte von Alexander, einem jungen Mann mit körperlichen Einschränkungen, der von seiner Mutter weggegeben wurde nachdem er zur Welt kam. Der junge Mann lebt deswegen sein ganzes Leben im Internat für Menschen mit Behinderungen. Benjamin Bidder kennt Alexander besser als die anderen Protagonisten, weil Bidder seinen Zivildienst in diesem Internat absolviert hat. Die Geschichte von Alexander ist deshalb besonders authentisch. Im Gegensatz zu sowjetischen Zeiten haben Menschen mit Behinderungen eine Chance bekommen sich in der Gesellschaft zu integrieren. Diese ist gering, jedoch will Alexander sie nutzen.

Durch die Geschichten seiner Protagonisten ist es Benjamin Bidder gelungen zu zeigen, wie facettenreich das Portrait junger Russen heute ist. Allerdings kann man nicht sagen, dass die Protagonisten ein typisches Bild eines junger Russen oder einer Russinnen darstellen. Die meisten kommen aus den Großstädten Moskau und Sankt-Petersburg oder studieren dort. Man vermisst Geschichten einfacher junger Menschen aus den Provinzen, oder diejenigen die kein Interesse an  Politik haben und  auch nicht wählen gehen aber in Putins Regime leben müssen. Auch Portraits von  Kindern hoher Beamten oder reicher Geschäftsleute, die vom heutigen politischen System profitieren ohne für ihre politischen oder sozialen Rechten kämpfen zu müssen, findet man im Buch nicht.

Die Generation Putin ist so vielfältig, dass es nicht einfach ist, alle typischen Charaktere in einem Buch zu beschreiben. Bidder greift die Geschichten engagierten junger Menschen auf. Einige von ihnen sind politisch aktiv  oder suchen sich selbst und eine bessere Zukunft für Russland auf andere Wege. Doch sie sind längst kein Durchschnitt der Generation 1991.

Nichtdestotrotz ist das Buch für diejenigen zu empfehlen, die die Zusammenhänge zwischen den Geschehnissen der russischen Innenpolitik besser verstehen möchten. Auch wenn man kein vollständiges Bild von der Generation Putin bekommt, lernt man sehr interessante / beachtenswerte  Vertreter dieser Generation kennen.

Vielleicht schafft das Cover des Buches, auf dem eine geballte Faust mit einem roten Stern abgebildet ist, einen falschen Eindruck, dass die Generation Putin die starke Macht braucht und sich nach der Sowjetunion sehnt. Das Bild der Generation 1991 ist jedoch viel komplexer. Das Buch lohnt sich für diejenigen, die diese Komplexität besser verstehen wollen.

20170516_140856

 

Gernot Erler MdB, Staatsminister a.D, SPD-Bundestagsfraktion
http://www.gernot-erler.de

Russland und der Westen: von der Entfremdung zu der Bedrohung der Europäischen Friedensordnung

Zur Person: Gernot Erler studierte Slawische Sprachen, Geschichte und Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin und an der Universität Freiburg. Seit 1987 ist Erler Mitglied des Deutschen Bundestages, seit 2014 ist er ein Koordinator für zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland, Zentralasien und den Ländern der Östlichen Partnerschaft (kurz: Russland-Beauftragter).

Im Rahmen der Veranstaltung „Was ist Europa?“ hielt Herr Erler an der Ruhr- Universität Bochum einen Vortrag zum Thema „Russland und der Westen“ und berichtete aus osteuropäischer Sicht. Er gliederte seinen Vortrag in vier Hauptthemen:

1.Die Vorgeschichte zur Entfremdung

  1. Der Ukrainekonflikt

3.Der Schutz und die Sicherheit

  1. Der Weg zu einer neuen Weltordnung

1.Vorgeschichte einer Entfremdung

Die Entfremdung zwischen Russland und dem Westen, die wir heute beobachten, kam nicht mit dem Konflikt um die Ukraine. Sie wurde durch die unterschiedlichen Bewertungen und Wahrnehmungen zu selben Ereignissen in den letzten 25 Jahren ausgelöst. Nicht nur konkrete Geschehnisse, sondern auch russische Staatschefs von beiden Seiten unterschiedlich bewertet.

Gorbatschow ist in Deutschland einer der beliebtesten russischen Politiker, weil er zur Entspannung in den Beziehungen zwischen Ost und West und zur Wiedervereinigung Deutschlands beigetragen hat. Ohne ihn hätte es den Vertrag „2+4“ nicht gegeben. Von manchen Russen wird er als der „Totengräber der Sowjetunion“ gesehen.

Jeltzin wurde im Westen trotz einiger seinen Schwächen als ein Demokrat begrüßt, der Marktwirtschaft in Russland eingeführt hat. In Russland ist seine Amtszeit als ein chaotisches Jahrzehnt in Erinnerung geblieben. Dazu kam noch der Rubelzusammenbruch 1998, die die finanzielle Lage vieler Russen wesentlich verschlimmert hat.

Auch der heutige Präsident Putin wird in Russland und im Westen unterschiedlich gesehen. Der Westen sieht in ihm einen autoritären Politiker, der Russland in eine Diktatur umwandelt. Die meisten Russen verbinden mit Putin Stabilität, Rechtsordnung (oder wie Putin einmal gesagt hat „Rechtdiktatur“) und Stärkung der Zentralgewalt.

Wie hat Westen sich selbst in  den letzten Jahrzehnten gesehen? Der Westen habe sich in seiner eigenen Selbstwahrnehmung in den letzten 25 Jahren konstruktiv verhalten. Strategische Partnerschaften zwischen Russland und der EU wurden unterschrieben. Sie umfassen die so genannten vier „common spaces“: Wirtschaft; Freiheit, Sicherheit und Justiz; äußere Sicherheit; Forschung und Bildung sowie kulturelle Aspekte. Eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit und gegenseitige Abhängigkeit hat sich entwickelt. Unter Medvedev wurde sogar die Zusammenarbeit in Administration und Zivilgesellschaft anvisiert. Die Vertreter der westlichen Sichtweise können sagen „Wir haben Partnerschaft gesucht“. Aus der russischen Sicht sehen diese Entwicklungen ganz anders aus. Der Westen habe  die Schwäche Russlands ausgenutzt, um eigene Regeln aufzuzwingen. Die Position der USA nämlich, dass die USA Russland nicht als die Weltmacht akzeptieren, hat Russland besonders irritiert. Die Osterweiterung der NATO und die Farbrevolutionen (die aus russischer Sicht mit amerikanischer Hilfe organisiert wurden) haben dazu geführt, dass Russland alle Vorhaben des Westens als Bedrohung der eigenen Sicherheit und Souveränität sah.

Erst 2007 auf der Sicherheitskonferenz in München, als Putin mit einer sehr emotionalen Rede aufgetreten ist, wurde es auch dem Westen klar, dass Russland die Osterweiterung der NATO als Bedrohung sieht. Zwar wurde für die Zusammenarbeit mit Russland der Russland-NATO Rat gegründet und bereits 1997 Pakte für die Zusammenarbeit unterschrieben. Diese Maßnahmen haben aber nicht dazu gebracht, dass Russland die NATO-Osterweiterung akzeptiert hat.

Aus der Sicht von Gernot Erler, liegt der Fehler des Westens darin, dass wir zu spät verstanden haben, dass wir unterschiedliche Narrative haben. Der Höhepunkt der verschiedene Narrative ist der Ukraine-Konflikt.

Russische Deutung der Assoziierungsabkommen mit der Ukraine ist folgende: das Assoziierungsabkommen bedeutet für Russland den Verlust der Kontrolle über die Ukraine, die Russland als „Brudervolk“ sieht. Aus russischer Sicht, hat der Westen damit die rote Linie überschritten.

Dann hat Russland selbst die rote Linie überschritten indem es die Krim annektiert hat und die Separatisten in Donbass unterstützt. Damit hat Russland eindeutig gegen das internationale Recht verstoßen. Der Verstoß gegen das internationale Recht hat den Konflikt mit dem Westen ausgelöst. Die Entfremdung führte zur Gefährdung der europäischen Friedensordnung.

Erler sieht das Fehlverhalten der USA darin, dass die USA sich selbst als die einzige Weltmacht gesehen haben und Russland als einen gleichberechtigten Partner nicht akzeptiert haben. Die Rede von Putin (das war ein Warnsignal) wurde nicht aufgearbeitet. Der Vorschlag von Medvedev für gemeinsame europäische Sicherheitsarchitektur, den er seit dem Frühjahr 2008 gemacht hat, wurde nicht aufgenommen.

  1. Der Ukrainekonflikt

Die Situation um die  Ukraine stellt eine ernste Herausforderung für die europäische Friedensordnung dar.  Nach den Lösungen wird aktuell im Rahmen des Normandie-Formates gesucht. Deutschland als das Land, das enge Beziehung zu Russland hat, übernahm (auch zusammen mit Frankreich) die Vermittlerrolle in diesem Konflikt. Die USA zogen sich dabei zurück. Das Normandie Format besagt, dass keine militärische Gewalt angewendet wird und nur die politische Lösung des Konfliktes möglich ist. Erler betonte, dass es sehr wichtig für die europäische Friedensordnung ist, dass sich die Europäer auf die nicht-militärische Lösung geeignet haben. Diese Einigung war für die Europäer sehr wichtig.

Am 15.02.2015 begann das Friedensprogramm, der Minsker Prozess. Lieder ist Minsk 1 gescheitert. Jetzt versucht man, Minsk 2 mit einem konkreten Plan (road map) durchzusetzen.

Die OSZE spielt dabei eine wichtige Rolle, weil sie die einzige Organisation ist, die den Kontakt zwischen den Konfliktparteien ermöglicht.  Die OSZE zwei Aufgabenbereiche zu erfüllen. Sie schicken Beobachter in die Ostukraine, um wichtige Informationen zur Lage zu bekommen.  Sie organisieren trilaterale Kontaktgruppen, wo sich jeweils die Vertreter der Ukraine, Russlands und der Separatisten treffen.

Wie ist die Lage im Moment? Nach der Einschätzung von Gernot Erler, ist der heutige Stand eine große Katastrophe, da kein einziger Punkt des Friedensbeschlusses umgesetzt wurde. Es fallen immer noch Schüsse und es gibt zahlreiche Tote und Verletze. Im Moment streiten die Konfliktparteien  über die Sequenzierung (soll zuerst der Waffenstillstand gewährleistet werden oder soll das Donbass-Gebiet zuerst einen Sonderstatus bekommen und Wahlen organisiert werden).  Die Ukrainer kamen zu dem Beschluss, dass sich ohne Waffenstillstand weitere Schritte nicht möglich sind.

Am 19.10.2016 hat man einen neuen Friedensansatz, die sogenannte Entflechtungsstrategie vorgeschlagen. Dabei sollten einzelne Zonen die Waffen still legen und andere Zonen sollten sich ihnen anschließen.  Dieser Friedensansatz wurde bisher auch nicht umgesetzt.

Wie ist im Moment die deutsche Position? Deutschland wird die Krim nicht als den Teil Russlands nicht anerkennen. Allerdings ist die Krim heute nicht auf der Agenda. Die Priorität in den Verhandlungen gehört der Ostukraine. Die Frage der Sanktionen ist von der erfolgreichen Umsetzung des Minsker-Abkommens abhängig. Erler unterstrich, dass die Sanktionen ein Teil der nicht-militärischen Lösung sind. Sie wurden nicht dafür verhängt, um Schaden für Russland zu verursachen. Neben den Verhandlungen sind die Sanktionen wohl das einzige Instrument, das die EU im Friedensprozess anwenden kann.

Erker ist fest davon überzeugt, dass man den Dialog mit Russland nicht abbrechen darf und findet es falsch, dass der Russland-NATO-Rat wegen des Konfliktes abgeschafft wurde und Russland aus G8 ausgeschieden wurde. Gerade in den Krisenzeiten braucht man die Möglichkeiten für den Dialog.

3.Der Schutz und die Sicherheit  in Europa

Es liegt eine ungelöste Situation vor. Die schnelle Annektierung der Krim und das Vorgehen Russlands in der Ostukraine hat bei den Balten ein altes historisches Traumanta ausgelöst. Russland hat zwar kein Vorhaben, sich in die Angelegenheiten der baltischen Staaten einzumischen, doch die Angst ist da.

NATO hat darauf reagiert.  Die fünf NATO Staaten schickten 1000 Soldaten in die baltischen Länder, um die Rückversicherung (reinsurance) zu gewährleisten. Auch wenn Russland darauf empfindlich reagiert, sind diese Maßnahmen in den internationalen Verträgen verankert und damit legal. Deutschland betont immer, dass es mit seinen Handlungen im Rahmen des internationalen Rechts bleiben wird, auch wenn Russland gegen das internationale Recht verstoßen hat.

Die Militärübungen der NATO bleiben natürlich nicht ohne  Gegenmaßnahmen seitens Russlands. Russland hat neben Kaliningrad neue Schiff- und Flugzeugabwehrsysteme („Bastion“) positioniert. Beide Seiten organisierten immer größere Manöver, die zu Eskalationen führen können. Außerdem gefährden diese Manöver den Zivilluftraum, weil Flugzeuge beider Seiten ohne Transponder  starten, damit sie nicht erkannt werden.

Auch die aktuelle Situation in den USA beeinflusst die Friedensordnung in Europa. Trump stellte die Sicherheitsgarantie infrage, indem er die NATO als obsolet bezeichnete. Die Sicherheit der NATO-Mitglieder würde nach Tramp  von deren Investitionen abhängig sein. Die Baltische Länder, Polen und Rumänien sind ist das ein Ernstfall, weil sie nur darum in der NATO sind, um den Schutz von den USA zu erhalten.

4.Der Weg zu einer neuen Weltordnung

Nicht nur Russland hat Ansprüche auf die Rolle einer Weltmacht, sondern auch China. Die USA richten ihre Aufmerksamkeit nach Asien und versucht das Gegengewicht zu China zu schaffen. Dabei haben die USA die Verantwortung in Europa den anderen übergeben und aus internationaler Sicht haben sie sich aus der Sache zurückgezogen.

Man darf die heutige Rollen Chinas in der Welt nicht unterschätzen. China entwickelt ein neues Infrastrukturprogramm „Neue Seidenstraße“. Die Chinesen wollen neue Verkehrswege für andere Länder umsonst bauen und damit wollen sie die neuen Märkte öffnen, da  China an Überproduktion leidet.

China entwickelt sich somit zu einer eigenen Ordnungsmacht mit eigenem Wertesystem. Russland unterstützt auch die Idee der multipolaren Weltordnung. Aber mit seinen Plänen die Eurasische Union aufzubauen stößt Russland gegen Interessen Chinas.  Man kann also nicht sagen, dass China und Russland Verbündete sind.

Die Eurasische Union ist ein sehr ambitioniertes Projekt, das Europa nicht unterschätzen darf. Damit will Puten eine Freihandelszone etablieren, den geopolitischen Einfluss gewinnen und somit einen Gegengewicht zur EU schaffen.

Mit Hinblick auf alle diese Entwicklungen kann man sagen, dass wir auf dem Weg zu einer multipolaren Weltordnung sind. Dabei stellen sich zwei Fragen:

  • Was ist die Rolle der EU im Konzert der Mächte?
  • Wie werden sich die USA weiter verhalten?
Gernot Erler mit seinem Vortrag an der Ruhr-Universität Bochum (c) Maria Khavanova

Gernot Erler mit seinem Vortrag an der Ruhr-Universität Bochum
(c) Maria Khavanova

(c)  nicstyle.ru

Swjatki: Sternsingen in Russland

Swjatki werden ab dem russischen Weihnachten (07.01) zwölf Tage lang bis zu dem 19.01 dem sogenannten „Taufentag“  ziemlich bunt gefeiert und mit „unzähligen mystischen Traditionen verbunden“.

 

(c)  nicstyle.ru

(c) nicstyle.ru

Swjatki wird von der russischen Bevölkerung als das längste und beliebteste Fest des Jahres wahrgenommen. Es ist eine Zeit in der alle die Arbeit beenden und sich endlich erholen. Nach und nach entwickelten sich viele interessante Traditionen, wie z.B das bis heute bekannte Sternsingen. Auffällig ist, dass eine Art Generationswechsel stattgefunden hat „Früher waren die Sternsinger Kinder, jetzt sind es eher ältere Leute“, sagte Warwara Dobrowolskaja vom Staatlichen Volkskundezentrum.  Spricht man von der Zeit Swjatki fällt oft der Begriff „Gott sei bei uns“ oder auch „Wenn Teufel Zicken machen“. Bis zum zweiten Weltkrieg vertauschten alle zu dieser Zeit ihre Kleidung, sie wickelten sich in Felle von Haus- oder Wildtieren, trugen Pelzmäntel verkehrt herum oder setzten sich Pelzmützen mit Hörnern auf und gingen so Sternsingen. Das Sternsingen wird auch noch mit vielen weiteren Traditionen verbunden, zwei davon sind die Maskerade und der Schelmenstreich.  Dabei verkleiden sich die Mutigsten mit fremder Kleidung: „Männer mit Frauenkleidung, Frauen mit Männerkleidung“, es ähnelt also einem Maskenball. Waren die Bewohner des Hauses gastfreundlich, nett und gaben gute Geschenke, so wünschten die Sternsinger Gesundheit und Wohlstand. Sind sie unfreundlich und behandeln die Sternsinger abweisend, rächten sich die Sternsinger und sperrten die Tür mit einem Besen zu oder zogen die Zauntür weg. Holzstapel zum Spaß abbauen oder Fuhrwerke um parken zählen bis heute noch zu den beliebtesten Streichen. Eine der wenigen Traditionen, die auch noch von Städtern praktiziert wird, jedoch sehr beliebt in den Swjatki ist, ist die Wahrsagerei. Dabei wollen junge Frauen mehr darüber erfahren, wen sie später einmal heiraten werden. Anastassija Mamajewa aus Sergijew Possad berichtete, wie sie in einer leeren Wohnung die Wahrsagerei mit anderen Mädchen im Alter von 15 Jahren durchführte: „Alle hatten Angst, mit zwei einander gegenübergestellten Spiegeln einen Korridor zu formen und dort hinzuschauen, um in die Zukunft zu sehen. Ich habe mich getraut und einmal das Gesicht eines Mannes erblickt, der meinem heutigen Gatten sehr ähnlich sah, das muss ich schon sagen.“

08.01.2009.-Russia.Novgorod. Christmastide - the festival season from Christmas Eve till after New Year's Day. Festival devoted to Christmastide in Novgorod the Great is usually held near the Vitoslavlitsy Museum of Wooden Architecture. (c) oren.aif.ru

08.01.2009.-Russia.Novgorod. Christmastide – the festival season from Christmas Eve till after New Year’s Day. Festival devoted to Christmastide in Novgorod the Great is usually held near the Vitoslavlitsy Museum of Wooden Architecture.
(c) oren.aif.ru

Quelle: Moskauer Deutsche Zeitung http://mdz-moskau.eu/swjatki/

img_1741

Frohe Adventszeit!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und der erste Advent ist vorüber. Es weihnachtet langsam und bald brennt schon die zweite Kerze. Aber was ist Weihnachten ohne den Duft von feinen Plätzchen in der Luft? Entdecken Sie feine russische Backrezepte für das Weihnachtsfest!

Traditionell wurden in Russland zu Weihnachten hausgemachte Kuchen, Plätzchen und Brot gebacken. Weihnachtsspezialitäten waren immer besonders köstlich – schön verziert, mit Duft von Gewürzen… Auch heute sind diese Rezepte sehr beliebt. Denn wenn der süße Duft von Plätzchen in der Luft liegt, ist Weihnachten nicht mehr weit. Passend zur Jahreszeit möchten wir mit Ihnen Rezepte für russische Kosuli und Koljadki teilen.

Ursprünglich galten die Plätzchen Kosuli als eine nationale Delikatesse der Bewohner der nordrussischen Hafenstadt Archangelsk, die sie aber nicht nur zu Weihnachten buken. Erst später wurden Kosuli von Völkern des Polargebiets Murmansk und des Uralgebirges übernommen. Heute werden Kosuli  als eine Art Lebkuchen betrachtet.

Traditionelle Kosuli wurden in verschiedenen Tierformen gebacken, sei das Ziegen, Kühe, Schafe, Hirsche, Enten, Gänse oder Hühner. Solche Figuren von Tieren und Vögeln galten als Schutzamulette gegen Krankheiten und Unheil. Kosuli waren außerdem ein gutes Geschenk für Verwandte und Gäste. Es wurde geglaubt, dass wenn eine junge Frau zu Weihnachten Kosuli bäckt und sie einem jungen Mann schenkt, wird sie im gleichen Jahr heiraten.

Genießen Sie die Wehnachtstimmung mit uns und lassen Sie sich diese russischen Plätzchen schmecken!

Rezept für Kosuli
Zutaten:

  • 2 Glas Zucker
  • 1 Glas Honig
  • 1 Kilo Mehl
  • 100 Gramm Butter
  • 2 Glas Wasser
  • Würzmischung (Zimt, gemahlene Nelke, Muskatnuss, Kardamon)

Zubereitung

  1. Honig, Zucker und warmes Wasser in einem Topf mischen und zum Kochen bringen. Gelegentlich umrühren und auf mittlerer Hitze kochen, bis die Mischung braun wird. Kühlen.
  2. 1 EL. Gewürze und Butter in die warme Mischung zugeben. Rühren, bis die Butter schmilzt. Dann das Mehl zugeben, den Teig kneten und in der Kälte ruhen lassen.
  3. Den abgekühlten Teig ausrollen und ausschneiden.
  4. Backblech mit Backpapier auslegen, mit Butter bestreichen und die Kosuli darauflegen.
  5. Bei 200 Grad im Laufe von 10 Minuten backen, bis die Kosuli golden werden.
  6. Kosuli mit Glasur dekorieren oder mit Zucker bestreuen.

img_1741

Rezept für Koljadki
Zutaten:

  • 400 Gramm Roggenmehl
  • 400 Gramm Füllung (nach Belieben: Hackfleisch, Pilze, Käse, Quark, Marmelade oder frische Beeren)
  • 150 Milliliter Wasser

* Wenn Sie etwas süßer mögen, fügen Sie etwas Zucker in den Teig hinzu.

Zubereitung:

  1. Aus Mehl und Wasser ungesäuerten Teig kneten.
  2. Den Teig  ausrollen und Quadrate schneiden. Die Kanten der Quadrate wie „Briefumschläge“ falten.
  3. Die Füllung die „Briefumschläge“ legen und auf ein Backblech legen.
  4. Bei 180 Grad im Laufe von 10-15 Minuten backen.

img_1727

Guten Appetit und frohe Adventszeit!